Samstag, 19. November 2016

Und plötzlich war alles anders

Vor ein paar Monaten passierte das, was ich mir selber seit langem selber nicht eingestehen wollte . . . ich war am Ende meiner Kräfte angekommen. Nach div. Angriffen, Unterstellungen, Verleumdungen und schlussendlich noch einer Abmahnungsandrohung bin ich in der Arbeit mit einem Nervenzusammenbruch heulend zusammen geklappt.

4 Monate lang habe ich den Job von 3 Personen geschmissen. Alleine. Die Abteilung irgendwie am Leben gehalten. Trotz eines Kollegen, der mir von hinten das Messer in den Rücken gestoßen hat. Trotz Kolleginnen, denen ihre Harmoniesüchte wichtiger sind, als zu verstehen, das man völlig überfordert ist. Trotz eines Chefs, dem es ein innerer Reichsparteitag war, einem genüsslich auf die Finger zu treten, mit denen man einen Absturz zu verhindern sucht.

Das Dankeschön für die Schinderei kam dann aber aus einer Ecke, aus der ich es nicht erwartet hätte und das hat mir dann den Boden unter den Füßen weggezogen. Mein Psychodoc, der mich schon seit 2 Jahren betreut, hat in Anbetracht meines Zustands und in Sorge um meine psychische Gesundheit die Notbremse gezogen und mich erst krank geschrieben und dann in eine Psychosomatische Tagesklinik gesteckt.

Seit einigen Wochen nun trabe ich tagtäglich in die Klinik, vergnüge mich mit diversen Beschäftigungstherapien und lasse mir den Kopf in Einzelsitzungen zurechtrücken. Kurz gesagt, ich werde voll durch die Mängel gedreht. Jeden Abend falle ich müde und k.o auf mein Sofa und bin froh um die Medikamente, mit denen man mich zu stabilisieren versucht.

Wann ich allerdings wieder arbeitsfähig sein werde, steht in den Sternen. Aus der Lohnfortzahlung bin ich längst raus, bis zur Frühverrentung habe ich aber noch Zeit. Irgendwie werde ich das schaffen, wieder ins Berufsleben zurück zu kehren. Ob das auf meine alte Stelle ist, weiß ich nicht. Das wird sich zeigen. Ich weiß es nicht, wo ich dafür die Kraft hernehmen sollte. Meine Akkus sind komplett leer ...



Montag, 2. Mai 2016

Wo der Wahnsinn wütet

Noch vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen könne, das ich gesundheitlich neben die Spur kippen würde. Ja, mir ging es psychisch bescheiden. Aber sonst war alles gut. Seit dem Jahreswechesel 2015/16 kämpfe ich nun mit einem unfassbar hohen Blutdruck. Meiner Hausärztin macht das auch Sorgen, denn Ende Dezember waren die Werte völlig normal. Die 24-Stunden Messung hat einen Mittelwert von 157/96 ergeben. Selbst nachts, im Schlaf, komme ich nicht mehr auf Norm-Werte. Nun also Tabletten.

Nummer 1: Ramipril®
Unffasbar lange Liste an Nebenwirkungen. Davon hat mich eigentlich nur eine erwischt - trockener Reizhusten. Der Mann an meiner Seite hat mir nahegelegt, doch bitte mit dem Rauchen anzufangen. Dann würde ich nicht mehr klingen wie ein schwindsüchtiger Kettenraucher, dann wüsste er wenigstens woher das käme. Also nach nicht einmal 14 Tagen abgesetzt.

Nummer 2: ??
Habe ich vergessen. Ist auch egal, die Nebenwirkungen waren episch. Ebenfalls abgesetzt nach nicht einmal 2 Wochen.

Und nun Nummer 3: candesartan-biomo®
Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist. Die Nebenwirkungsliste ist nicht wirklich lang. Aber die, die draufstehen, sind alleine schon aufgrund ihrer Häufigkeit bedenklich. Ich meine, 1 bis 10 Anwender von 100 ist echt mal ne Ansage. Und doch spricht man bei diesem Medikament von einer nebenwirkungsarmen Blutdrucksenkung.

Überspringen wir einfach mal gute 7 Wochen - und kommen zum April. Bisher gab es nur eine Nebenwirkung, die dafür satt. Gelenkbeschwerden. Vom feinsten. Zeitweise war ich nicht mehr in der Lage auch nur mit Krücken zu laufen. Also auch diese mussten abgesetzt werden.

Seit gut 3 Wochen nehme ich jetzt nichts mehr ein. Die Gelenkbeschwerden sind am abklingen, meine Beweglichkeit stellt sich ganz, ganz langsam wieder ein. Aber ohne Schmerzmittel geht es an manchen Tagen immer noch nicht. Aber . . . es wird.

Dafür habe ich seit 3 Wochen auch keinen Kollegen mehr. Der "neue" Kollege hat unter diversen fadenschinigen Begründungen, und Abwälzung jeglicher Schuld auf mich, das weite gesucht. Nein, eigentlich versucht suchen zu lassen. Er hat mich beim Chef, bei der Personalabteilung sowie dem Betriebsrat hingehängt und mir die Schuld für all die Verfehlungen der letzten Monate in die Schuhe zu schieben versucht. Was ihm aber GsD nicht gelungen ist. Das meiste ist wieder auf ihn zurück gefallen.

Aber . . . die Arbeit von 3 Leuten, die wir bisher zu zweit bewältigen mussten, liegt nun auf meinen Schultern. Mein neuer Chef sieht das Problem, kann aber auch nicht viel machen. Denn unser alleroberster höchster Chef hat einen totale Einstellungsstopp angeordnet. Nun, dann werden wir zukünftig eben nur noch in begrenztem Rahmen lieferfähig sein. Sagt mein neuer Chef. Und das das auch entsprechend "nach oben" kommuniziert worden sein. Dort wartet man ab, wie kritisch es werden wird, erwägt aber derzeit eine Verlagerung der Produkte ins Ausland.

Wenn das also so weiter geht wie bisher, werde ich wohl über kurz oder lang ohne Aufgaben dastehen. Willkommen im Irrenhaus.




Freitag, 15. Januar 2016

Another year over and a new one just begun

Das vergangene Jahr gehörte zu den härtesten meines Berufslebens. Und das hat mich dann mein Körper auch mehrfach spüren lassen. 4 schwere Erkältungen in 3 Monaten sind schlichtweg nicht normal. Zwischen Weihnachten und Neujahr kam dann die Krönung mit fiebriger Bronchitis, Kehlkopf- und Nebenhöhlenvereiterung. Mich hat es komplett aus den Latschen gekippt.

DbMva hat sich rührend um mich gekümmert. Aber wenn man krank ist, ist man ehrlich gesagt froh, wenn man einfach nur seine Ruhe hat. Das ging nur leider teilweise nicht. Ich bin –um des lieben Friedens willen- kurz nach Weihnachten bei seinen Eltern mit dabei gewesen. Man war sehr bemüht, den brüchigen Frieden aufrecht zu erhalten. Jedenfalls in meinem Beisein. Welche Äußerungen danach gefallen sind, weiß ich (noch) nicht. Und ehrlich gesagt, will ich es auch nicht wissen.

Ich habe mit meiner gesundheitlichen Situation genug zu kämpfen. Aufgrund der (vermutlich im Herbst aufgegabelten) Virusinfektion bin ich stark angeschlagen und mein Blutdruck ist zum ersten Mal in meinem Leben in astronomischen Höhen. Solche Werte kennen weder meine Hausärztin noch ich von mir. Daher habe ich blutdrucksenkende Medikamente bekommen, die mich zusätzlich noch sehr ermüden. Eine Wirkung lässt sich allerding nicht feststellen bisher.

Also schleppe ich mich, seit dem Go der Ärzte, täglich ins Irrenhaus und mache meine Arbeit. Der Kollege ist Montag mit der Diagnose Lungenentzündung zuhause geblieben. Mal schauen, wann der wieder kommen darf. So bleibt munter vieles liegen, was dringend wäre. Und was am besten gestern schon erledigt gewesen wäre, erzeugt Unmut bei den Empfängern. Zu Recht. Aber mehr als arbeiten können wir nicht. Unser neuer Chef versucht uns den Rücken frei zu halten und das entlastet ungemein. Wenigstens an dieser Front gibt es Entwarnung.

Als Fazit für 2015 kann ich rückblickend nur sagen, dass es gut war einen neuen Chef zu bekommen. Ich hätte das psychisch nicht länger durchstehen können. Selbst mein Therapeut und meine Hausärztin sind sich darin einig, dass ich in 2016 dringend zur Kur fahren soll. Mal schauen, was die Krankenkasse dazu sagt. Den Antrag werde ich mir jedenfalls in den nächsten Wochen schicken lassen – sobald ich die Krankenkasse gewechselt habe.

Für 2016 habe ich mir vorgenommen, abends eine Tagesinventur zu machen, eine Dankbarkeitsliste zu führen. Es ist schwer, sich an die wenigen guten Dinge zu erinnern, wenn die weniger guten sich so sehr in die Aufmerksamkeit drängen. Vielleicht schaffe ich es ja dann, ein wenig loszulassen.